GenDerCare - Gender Unterschiede in der Pflege

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GenDerCare - Projektsteckbrief

Motivation

Für bestimmte Erkrankungen, z.B. zu den Auswirkungen von Typ-2-Diabetes auf das koronare Herzkrankheitsrisiko, ist die Rolle des Geschlechts hinlänglich bekannt. Im Gegensatz dazu existieren so gut wie keine systematischen Untersuchungen zu geschlechtsspezifischen Unterschieden im Bereich der pflegerischen Versorgung. Vor allem in Akutkrankenhäusern und vollstationären Pflegeeinrichtungen ist wenig über die tatsächlichen Auswirkungen des Geschlechts auf die Prävalenz und das Ausmaß von Pflegeproblem und die durchgeführten Pflegeinterventionen bekannt.

Im Rahmen einer Sekundärdatenanalyse sollen daher Daten aus 15 konsekutiv erhobenen bundesweiten Querschnittsstudien an über 100.000 Patienten und Pflegeheimbewohnern zusammengefasst und analysiert werden. Die vorhandenen Variablen eines Jahres aus Befragungen auf individueller, stationärer und institutionelle Ebene werden aggregiert und den jeweils passenden Struktur-, Prozess- und Ergebniskategorien zugeordnet.

Ziele und Vorgehen

Ziel des durchzuführenden FuE-Projektes ist zum Einen die Entwicklung eines in sich geschlossenen, aufbereitungs-beständigen, textilintegrierten Mikroelektroniksystems, das sich für den Einsatz in Bekleidungstextilien zum Monitoring Pflegebedürftiger eignet. Ein weiteres Ziel besteht in der Entwicklung und Umsetzung von Kommunikationsplattformen entsprechend der Nutzerqualifikation.

Außerdem sollen systematische Unterschiede zwischen Männern und Frauen und dem Auftreten von Pflegeproblemen wie Stürzen, Inkontinenz, Mangelernährung, Druckgeschwüren, Mobilität, Schmerzen, Hautintegrität, Pflegeabhängigkeit und kognitiver Beeinträchtigung erkannt und mögliche Einflussfaktoren identifiziert werden. Wenn solche Gender-Effekte bestehen, müssen diese zukünftig in Pflegeplanung, -prozess und -forschung berücksichtigt werden, um ein besseres Verständnis zu den Auswirkungen des Geschlechts eines Menschen auf die Gesunderhaltung, Prävention, Versorgung und Rehabilitation von Pflegeproblemen zu schaffen, sowie Verbesserungsmöglichkeiten für eine pflegerische Gleichbehandlung von Männern und Frauen in Krankenhäusern und Pflegeheimen aufzuzeigen.

Mitarbeitende

PD Dr. Nils Lahmann

stellvertretender Leiter der FGG, Leiter der AG Pflegeforschung

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Kathrin Raeder

wissenschaftliche Mitarbeiterin

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